Ransomware-Angriffe sind eine der größten Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen. Dabei verschlüsseln Cyberkriminelle wichtige Daten und fordern ein Lösegeld für deren Freigabe. Oft entstehen nicht nur finanzielle Schäden, sondern auch betriebliche Ausfälle und Reputationsverluste. Laut dem Sophos State of Ransomware 2024-Report waren 58 % der deutschen Unternehmen im letzten Jahr betroffen. Doch was genau steckt hinter dieser Bedrohung, welche Fehler sollten vermieden werden und wie können sich Unternehmen bestmöglich schützen?
Was ist Ransomware und warum ist sie so gefährlich?
Ransomware ist eine Form von Schadsoftware, die IT-Systeme infiziert und Daten verschlüsselt. Die Angreifer fordern anschließend ein Lösegeld, um den Zugriff wieder freizugeben. Doch selbst nach einer Zahlung gibt es keine Garantie, dass die Daten tatsächlich entschlüsselt werden. Besonders gefährlich ist, dass sich die Angriffsmethoden stetig weiterentwickeln und immer raffinierter werden. In Deutschland waren 2023 durchschnittlich 54 % der IT-Systeme eines angegriffenen Unternehmens betroffen – ein höherer Wert als im internationalen Vergleich.
Cyberkriminelle nutzen unterschiedliche Methoden, um Ransomware in ein Unternehmen einzuschleusen. Am häufigsten werden Sicherheitslücken in Software ausgenutzt oder gestohlene Zugangsdaten verwendet. Auch Phishing-Mails, die täuschend echt aussehen, sind eine gängige Methode zur Verbreitung von Schadsoftware. Wer hier nicht vorbereitet ist, läuft Gefahr massive wirtschaftliche Schäden zu erleiden.
Typische Fehler und ihre Folgen
Ein Ransomware-Angriff kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn Unternehmen nicht richtig darauf vorbereitet sind. Ein häufiger Fehler ist das Fehlen regelmäßiger Backups - 93 % der Cyberkriminellen versuchen, diese gezielt zu zerstören, um Unternehmen zur Zahlung des Lösegelds zu zwingen. In 63 % der Fälle waren diese Angriffe auf Backups erfolgreich.
Ein weiteres Problem ist mangelnde Mitarbeitersensibilisierung. Viele Infektionen erfolgen durch Phishing-Mails, die ahnungslose Mitarbeiter dazu verleiten, schädliche Anhänge zu öffnen oder auf unsichere Links zu klicken. Hinzu kommt, dass einige Unternehmen dazu neigen, das geforderte Lösegeld zu zahlen, in der Hoffnung schnell wieder Zugriff auf ihre Daten zu erhalten. Doch diese Strategie ist riskant: 42 % der betroffenen deutschen Unternehmen haben 2023 Lösegeld gezahlt, doch nicht immer wurde der Zugriff vollständig wiederhergestellt.
Wie Unternehmen sich effektiv schützen können
Um Ransomware-Angriffe zu verhindern, müssen Unternehmen umfassende Schutzmaßnahmen ergreifen. Der erste Schritt ist eine präventive Strategie, in der sich auf die Minimierung von Einfallstoren konzentriert wird. Regelmäßige Software-Updates und ein konsequentes Patch-Management helfen, bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Zudem sollte der Zugriff auf sensible Systeme nach dem Zero-Trust-Prinzip erfolgen: Jeder Zugriff wird genau geprüft, anstatt pauschale Berechtigungen zu erteilen.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Mitarbeiterschulung. Da viele Angriffe über Phishing-Mails erfolgen, müssen Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen lernen, verdächtige E-Mails zu erkennen und korrekt darauf zu reagieren. Unternehmen sollten zudem moderne Sicherheitstechnologien wie KI-gestützte Bedrohungserkennung und starke Endpoint-Security-Lösungen einsetzen, um Angriffe frühzeitig zu identifizieren und abzuwehren.
Reaktionsstrategien im Ernstfall
Falls es trotz aller Schutzmaßnahmen zu einem Angriff kommt, ist eine schnelle und koordinierte Reaktion entscheidend. Unternehmen sollten über einen detaillierten Incident-Response-Plan verfügen, der klare Handlungsanweisungen für den Ernstfall enthält. Dazu gehört unter anderem eine forensische Untersuchung des Angriffs, um die genaue Ursache zu identifizieren und weitere Infektionen zu verhindern.
Backups spielen bei der Wiederherstellung eine zentrale Rolle. Sie sollten nach dem 3-2-1-Prinzip erfolgen: Es gibt mindestens drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, von denen eine außerhalb des Netzwerks aufbewahrt wird. Unternehmen sollten zudem mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um Angriffe zu melden und mögliche Gegenmaßnahmen zu koordinieren. Laut der Sophos-Studie tun dies bereits 98 % der betroffenen deutschen Unternehmen.


